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Arroganz.
Was ist das?
Das
heißt nichts anders, als sich für einen Moment zu distanzieren.
Darauf hat jeder ein Recht.
(
Nena )

Sie
wollen grausame Bilder von Raucherbeinen und -lungen auf Zigarettenpackungen
kleben!
Warum nicht
Bilder von hungernden Kindern auf Mc-Donalds-Verpackungen???
Warum nicht gefolterte Tiere auf Kosmetika???
Warum nicht Unfallopfer von alkoholisierten Autofahrern auf Bier und Weinflaschen???
Warum nicht geldgeile Politiker auf Steuererklärungen???

Wenn
du in der Mitte deines Lebens stehst und nicht mal annähernd da bist
wo du hin wolltest -
wie findest du dann den Weg von dem Menschen, der du geworden bist und
zu dem, der du hättest werden können?

Beziehungsweise
Ist
es denn nicht möglich, sich täglich nahe zu sein,
ohne alltäglich zu werden -
voneinander entfernt zu sein,
ohne sich zu verlieren ...?
Beziehungsweise
...
... sich maßlos zu lieben,
ohne sich lieblos zu maßregeln -
einander gewähren zu lassen,
ohne die Gewähr zu verlieren ....?
Beziehungsweise
...
... einander sicher zu sein,
ohne sich abhängig zu machen -
einander Freiheit zu gewähren,
ohne sich unsicher zu werden ...?
Beziehungsweise
...
(Jochen Mariss)

Spuren
Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging mit Gott, meinem Herrn, am Strand entlang.
Vor meinen Augen zogen Bilder aus meinem Leben vorüber,
und auf jedem Bild entdeckte ich Fußspuren im Sand.
Manchmal
sah ich die Abdrücke von zwei Fußpaaren, dann wieder nur von
einem Paar.
Das verwirrte mich;
denn ich stellte fest, dass immer dann, wenn ich unter Angst, Sorge oder
dem Gefühl des Versagens litt,
nur die Abdrücke von einem Fußpaar zu sehen waren.
Deshalb wandte ich mich an Gott:
"Herr, du hast mir versprochen, du würdest immer mit mir gehen,
wenn ich dir nur vertrauen würde.
Ich habe aber festgestellt, dass gerade in den Zeiten meiner schwierigsten
Lebenslagen nur eine Fußspur im Sand zu sehen war. Wenn ich dich
nun am dringendsten brauchte, warum warst du dann nicht bei mir?"
Da antwortete mir Gott der Herr: "Immer dann, wenn du nur ein Fußpaar
im Sand gesehen hast,
habe ich dich getragen."
Margret
Fishback Powers
(Siehe
auch "Footprints in the Sand" auf der Seite Besondere Lieder)

Allen
ist das Denken erlaubt.
Vielen
bleibt es erspart.
(gesehen
am Bauzaun von "Stuttgart 21")

Was
Sie sofort tun können:
Zehn Empfehlungen
Beginnen Sie, einfache Fragen zu stellen; hören Sie auf, Europapolitikern
zu glauben; nutzen Sie Ihre Handlungsspielräume; haben Sie Spaß
dabei: Die Rettung der Welt zum Mitmachen in zehn Empfehlungen.
Von Harald Welzer
1.Selber
denken.
2. Trauen Sie endlich Ihrem Gefühl, dass um Sie herum ein großes
Illusionstheater stattfindet. Die Kulissen simulieren Stabilität,
aber das Stück ist eine Farce: Immerfort treten dicke Männer
auf und brüllen "Wachstum!", Spekulanten spielen Länderdomino,
und dauernd tänzeln Nummerngirls mit Katastrophenbildern über
die Bühne. Das Publikum ist genervt und wütend, bleibt gleichwohl
bis zum Ende der Vorstellung sitzen. Aber: Wann wird das wohl kommen?
3. Verlassen Sie besser die Vorstellung und beginnen Sie, ganz einfache
Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Warum muss man immer mehr arbeiten, wenn
man immer mehr arbeitet? Warum werden die Schulden größer,
wenn immer mehr gespart wird? Warum schrumpft alles andere, wenn die Wirtschaft
wächst?
4. Suchen
Sie zusammen mit Ihren Freundinnen und Freunden nach Antworten. Zum Beispiel:
Weil alle Idioten auch mehr arbeiten. Weil das Gesparte in fremde Taschen
wandert. Weil viele börsennotierte Unternehmen staatsferne Parallelgesellschaften
bilden.
5. Beschließen Sie, ab sofort nicht mehr mitzumachen, falls Ihre
Antworten Sie beunruhigen.
6. Fangen Sie damit an, aufzuhören. Hören Sie auf, Europapolitikern
zu glauben. Hören Sie erst recht auf, Wirtschaftsforschungsinstituten
zu glauben. Und hören Sie um Gottes willen damit auf, sich widerspruchslos
erzählen zu lassen, irgendeine Entscheidung sei alternativlos gewesen.
So etwas gibt es in Demokratien nicht.
7. Wenn Sie jetzt so weit sind, dass Sie nicht mehr jeden Blödsinn
tolerieren, nutzen Sie Ihre Handlungsspielräume. Sie leben in einem
der reichsten Länder der Erde, Sie sind hervorragend ausgebildet,
Sie haben Spaß am Leben und finden sich ganz gut. Warum zum Teufel
machen Sie jeden Tag dasselbe und nie etwas anderes?
8. Wie
Sie Ihre Spielräume nutzen sollen? Schauen Sie sich einfach an, was
andere machen. Es gibt doch unglaublich tolle Ansätze und Projekte:
Energiegenossenschaften, Nachbarschaftsgärten, fairen Konsum, lokale
Währungen, großartige Stiftungen, Unternehmen, die sich dem
Wachstumszwang verweigern. Schreiben Sie politischer, falls Sie Journalist
sind. Forschen Sie für eine andere Zukunft, falls Sie in der Wissenschaft
sind. Wechseln Sie die Pausenthemen, falls Sie am Band arbeiten. Kaufen
Sie anders ein, falls Sie ein Restaurant haben. Fragen Sie, wo der Fisch
herkommt, wenn Sie essen gehen. Interessieren Sie sich für die Zukunft
Ihrer Schüler, falls Sie Lehrerin oder Lehrer sind. Fusionieren Sie
mit einem Kindergarten, wenn Sie ein Seniorenheim leiten. Denken Sie ans
Höllenfeuer, wenn Sie einem der vier großen Energiekonzerne
vorstehen. Produzieren Sie cradle to cradle, wenn Sie eine Fabrik besitzen.
Riskieren Sie etwas, wenn Sie sich für intellektuell halten.
9. Versuchen Sie irgendwo dazuzugehören, wo Sie stolz sagen können:
"Wir machen das anders!" Zum Beispiel eine Kultur der Achtsamkeit
entwickeln, Ideen interessanter finden als Erfahrung, nicht auf Kosten
anderer leben, oder was Ihnen sonst noch einfällt. Zukunftsfähig
zu sein bedeutet das Gegenteil vom business as usual: lernend, fehlerfreundlich,
reversibel zu handeln.
10. Bilden Sie Labore der Zukunft und haben Sie Spaß dabei. Vergessen
Sie das "5-vor-12"-Blabla der Ökobewegung und das Gerede
von der "Weltgemeinschaft" und der Notwendigkeit globaler Lösungen.
Niemand hat an Ihrer Wiege gestanden und mit hohler Stimme gesagt: "Lars,
du bist zu uns gekommen, um die Welt zu retten!" Es genügt völlig,
wenn Sie beginnen, mit Ihrem Leben, Ihren Lieben und Ihrem Land verantwortungsvoll
und zukunftsfähig umzugehen. Das aber bitte gleich.
Stornieren Sie Ihre nächste blöde Flugreise (Sie wollen da sowieso
nicht hin), bestellen Sie Ihr nächstes Auto erst gar nicht (es wird
Sie unglücklicher machen, weil Sie glaubten, es mache Sie glücklicher),
kaufen Sie nichts mehr, was zu billig ist (denn dann hat irgendjemand
zu wenig bekommen). Säbeln Sie in Ihre Weihnachtsgans und teilen
Sie Ihren Kindern oder Enkeln mit, dass Sie ab jetzt Ihr Leben ändern
werden. Das wird Ihnen helfen, es tatsächlich zu tun (denn jetzt
können Sie nicht mehr zurück).
Harald Welzer, 52, lehrt am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und
veröffentlichte zuletzt mit Claus Leggewie "Das Ende der Welt,
wie wir sie kannten" (S. Fischer).????Text: F.A.S.?B
( Aus der FAZ vom Montag 27.12.2010 )

Liebe
Liebe
besteht nicht alleine darin, dass man einander ansieht,
sondern dass man gemeinsam in die gleiche Richtung guckt.

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