Schon
als Kind hatte ich einen leichten Hang zum pummelig sein. Mit zunehmendem
Alter nahm auch das Gewicht immer mehr
zu. Meine Eltern versuchten ihr Best möglichstes, mein Gewicht
im Rahmen zu halten, jedoch ließ ich keine Gelegenheit ungenutzt,
heimlich bei Freunden und Bekannten mit zu essen.
Später versetzte ich mein ganzes Taschengeld in Süßigkeiten,
Chips und Cola.
Ich wurde immer dicker und dicker, obwohl ich das ja gar nicht wollte.
Aber ich kam auch nicht gegen den ständigen Drang an, dieses Zeug
essen zu müssen. Also fing ich an Diäten auszuprobieren, Ernährungskurse
und Weight Watchers zu besuchen, aber alle hatten immer nur kurzfristigen
Erfolg und letzten Endes den berühmten Jojo-Effekt.
Mit 31
Jahren war ich an einem Punkt angelangt, wo sich das extreme Übergewicht
bereits deutlich an meiner Gesundheit spürbar machte: Knieprobleme,
Rückenprobleme, Kurzatmigkeit, ständige Magenprobleme und
vieles mehr machten mir inzwischen das Leben alles andere als lebenswert.
So konnte und wollte ich nicht weiter leben. Da entdeckte ich, das es
mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als ich bisher glaubte.
Ich entdeckte das Prinzip von Ursache und Wirkung auf der seelischen
Ebene und begann mich mehr mit diesem Thema auseinander zu setzen.
Der erster Aufenthalt in einer psychosomatischen Kliniken folgte
und durch ambulante Therapien habe ich begriffen, dass das übermäßige
Essen genauso eine Sucht ist wie Bulimie (Ess-Brech-Anfälle), Anorexie
(Magersucht) Drogenabhängigkeit oder Alkoholismus.
In
den vergangenen Jahren habe ich mich sehr intensiv über das Zusammenspiel
von Körper und Seele beschäftigt.
Ich habe erkannt, dass dieses extreme Übergewicht nur die Folge
seelischer Not und extremes Schutzbedürfnis ist. Sämtliche
Versuche dauerhaft abzunehmen werden immer wieder aufs Neue scheitern,
wenn ich die Seelischen Ursachen und die auslösenden Lebensumstände
nicht bearbeite.
Je
mehr ich mich beobachtete und innerlich spürte, dass da etwas "nicht
rund läuft", um so mehr
schrie es in mir
nach Veränderung.
Wenn ich mich verändern wollte, musste ich viele meiner Denkweisen
und Überzeugungen "umpolen". Heute auf die letzen zehn
Jahre zurück blickend muss ich sagen: Ja, sich verändern ist
richtig harte Arbeit! Und das alles geht nicht von heut auf morgen.
Manche Dinge brauchen ganz schön lange. Für meinen Geschmack
manchmal zu lange, aber wie heißt es so schön: "Gut
Ding will Weile haben".
Das
waren die ersten kleinen Schritte, die mich verändert haben. Und
ich muß sagen,
die Mühen haben
sich durchaus
gelohnt. Ich
merke einfach, das ich glücklicher und zufriederner bin, seit ich
vermehrt das tue, was ich möchte und nicht das, was von mir erwartet
wird oder das "man" tut. Damit eckte ich natürlich erst
mal gehörig an, der eine oder andere sogenannte gute Freund zog
sich still und heimlich zurück und die Spreu trennte sich vom Weizen.
Diese Erfahrung war erst mal bitter, aber das was übrig blieb war
wenigstens echt und ehrlich. Die
Menschen, die mich um meiner selbst willen mögen, die mögen
mich immer noch, auch wenn ich jetzt öfter mal die Zähne zeige.
Inzwischen habe ich lieber wenig Freunde, aber echte!
Allerdings
erlebte oder erlebe ich auch immer noch Rückschläge. Das bedeutet,
das ich an einem bestimmten
Punkt
in meinem Leben nicht weiter komme oder mich immerzu nur im Kreis drehe.
Dann ist es Zeit für fachliche
Hilfe und der nächste
Knoten
kann
sich
lösen.
Im
Juli 2006 ging ich für drei Monate in die Psychiatrie Tübingen
und wollte mich auf ADHS Testen zu lassen.ADHS wurde mir zwar nicht
diagnostiziert, jedoch eine mehrfache Persönlichkeitsstörung.
Somit
wurde mir auch auf einen Schlag klar, warum so viele Dinge in meinem
Leben einfach nicht "normal" funktionierten.
Gleichzeitig
nahm ich an einem speziellen Essprogramm teil, das mir persönlich
noch am besten von all den Kliniken gefallen hat, in denen ich bisher
war. Essen
dufte ich alles was auf's Tablett kam- was ganz normale Portionen waren,
dufte mir aus dem Wochenplan mein Essen selbst wählen. Kein kalorienreduziertes
Essen, keine Diät. Diese Leute hatten begriffen, dass nicht das
Essen das Problem ist.
Die
Therapie hat mir sehr gut getan. Viele Prozesse sind dadurch in Bewegung
gekommen, von denen ich mir nie hätte Träumen lassen, dass
diese Seelenqual tatsächlich
mal ein Ende haben kann.Zum Glück habe ich im Anschluss gleich
eine geeignete Therapeutin gefunden und mit ihr kann die in der Klinik
begonnene Arbeit weiter geführt werden.
Es
erfordert Kraft und Mut, die Dinge in meinem Leben zu verändern,
die notwenig sind, um mich von der Essucht zu befreien. Und
es erfordert ebenso viel innere Arbeit.
Wie diese innere Arbeit geht? Es gibt kein Patentrezept oder eine Gebrauchsanleitung.
Für jeden sieht diese Arbeit anders aus.
Aber es gibt kleine Hilfestellungen, die ihr auf der Seite "Zum
Nachdenken" unter den Rubriken
"Besinnliches", "Gedichte", "Heiteres",
"Segenswünsche" und jeden Monat neu im "Spruch des
Monats" finden könnt. ich
freu mich über euren Besuch!
Für die professionelle Arbeit gibt es Hilfe unter Links und Adressen.
Nachtrag:
Als
ich vor drei Jahren diese Homepage zum ersten mal erstellte, waren die
Grundprinzipien die gleiche wie jetzt auch.
Dennoch
hat sich einiges verändert.
Vor
zwei Jahren habe ich den Therapeuten gewechselt, da ich für mich
heraus gefunden habe, das die Kunsttherapie mein "Medium"
ist. Dort bin ich nun schon seit zwei Jahren und bin glücklich
dort. Endlich kommen die Dinge in Bewegung, die in den tieferen Schichten
sitzen. Allerdings ist diese Phase die schmzerhafteste, aber auch die
befreiendste und heilsamste.
Nichts
destro trotz habe ich es nicht schaffen können, die ganzen dreißig
abgenommenen Kilo auch unten zu halten bzw. weiter abzunehmen. Aber
einfach aus dem Grund, weil einige der Grundprobleme immer noch nicht
bearbeitet sind.
Zwanzig Kilo sind bedauerlicher Weise wieder drauf. Jedoch ist mein
Körper jetzt
ziemlich fertig.
Und ich bin mir bewußt, dass ich es nicht von alleine schaffen
werde, Gewicht abzunehmen. Vor allem ist jetzt der Zeitpunkt, dass dies
schneller gehen muss als auf herkömmlichen Wege.
Somit habe ich mich für eine Magenoperation in Tübingen entschieden.
Weitere
Hinweise und Infos siehe unter Tagebuch, Links und Adressen oder bei
mir persönlich.
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